Der königliche Gärtner – 150. Todestag von Peter Joseph Lenné

DSanssouci Lenné-Akademieer Gartenbaukünstler Peter Joseph Lenné hat uns großartige Parks und Gärten hinterlassen, u.a. den Park von Schloss Sanssouci in Potsdam mit den Weinbergterrassen und dem Holländischen Garten. Der Park steht heute auf der Liste des UNESCO Welterbes. „Seine Schöpfungen verhalfen der Gartenkunst wieder zu ihrer Bedeutung“, sagt Prof. Dr. Michael Rohde, Gartendirektor der der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Auch mehr als 150 Jahre nach ihrer Entstehung hätten sie nichts von ihrer Faszination verloren.

1789 wurde Lenné als Sohn des kurfürstlichen Hofgärtners für die Gartenanlage des Poppelsdorfer Schlosses in Bonn geboren. Von 1805 bis 1808 ging er bei seinem Onkel in Brühl in die Lehre und lernte so die Barockanlagen von Schloss Augustusburg und Schloss Falkenlust kennen. Auf seinen Studienreisen begegnete er in München Friedrich Ludwig Sckell, den Schöpfer des berühmten Englischen Gartens. Ab 1816 arbeitete Lenné in Potsdam, zunächst als Gärtnergeselle und ab 1824 als Gartendirektor unter den preußischen Königen Friedrich Wilhelm III (1710 – 1840) und dessen Sohn Friedrich Wilhelm IV (1795 – 1861). Er schnitt die alten Rokoko-Zöpfe ab und gab den königlichen Gärten eine ganz eigene Ästhetik. Nichts überließ er dem Zufall. Besonders am Herzen lagen ihm freie Blicke in die Landschaft und Sichtachsen.

LenPeter Joseph Lenné  Lenné-Akademiené gestaltete nicht nur den Park von Schloss Sanssouci um, auch der Berliner Tiergarten trägt seine Handschrift. Den Park von Schloss Glienicke in Potsdam nannte Lenné seinen Augapfel. In der Preußischen Rheinprovinz entwarf er 1842 den Koblenzer Schlossgarten und schuf im Jahr 1862 die Kölner Flora, ein Meisterwerk des Historismus. Die Kurparke und –anlagen von Bad Oeynhausen, Aachen, Bad Homburg und Bad Neuenahr-Ahrweiler sind seine Entwürfe. Lennés Verdienst war auch die Gründung eigener Baumschulen und Gärtnereien. Die Existenz der deutschen Gartenbaugesellschaft ist ihm zu verdanken.

In späteren Jahren widmete sich Lenné der sozialverträglichen Stadtplanung in Berlin. Wie kein anderer repräsentiert Peter Joseph Lenné den Landschaftsgarten des 19. Jahrhunderts. Er griff auf historische Vorbilder zurück, integrierte architektonische Gärten und pleasure grounds. Das unterscheidet ihn vom anderen großen Landschaftsgärtner des 19. Jahrhunderts, Herman Fürst von Pückler-Muskau, der den Englischen Landschaftsgarten verkörpert.
Zum Tod von Lenné im Jahr 1866 wurde seinem Sarg ein Lorbeerkranz vorangetragen. Auf den 50 Metallblättern standen die Namen der von ihm geschaffenen Gärten und Parks. Vom Wegbereiter landschaftlicher Gartenkunst in Deutschland stammt ein berühmtes – Zitat, das auch heute nichts von seiner Gültigkeit verloren hat: „ Nichts gedeiht ohne Pflege“.

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