Nachhaltigkeitsaspekte von

Pflasterklinker

Pflasterklinker ist ein bewährter Baustoff aus der Natur und wird seit Jahrhunderten für hochwertige Bodenbefestigungen eingesetzt. Zu den relevanten Nachhaltigkeitsaspekten von Pflasterklinker zählen die lange Nutzungsdauer von rund 150 Jahren, die Möglichkeit zur Wiederverwendung  sowie der Wiederverwertung als keramischer beziehungsweise mineralischer Baustoff.

Herstellung aus heimischem Ton

Pflasterklinker werden aus heimischem Ton ohne Zusatz von Chemikalien gebrannt. Die Tongruben befinden sich meist in der Nähe der Produktionsstätten, so dass lange Transportwege entfallen. Tongruben werden rekultiviert, können Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum bieten und zur Biodiversität beitragen. Häufig werden sie zudem zu beliebten Naherholungsgebieten umgestaltet. 

Energieeinsatz in der Produktion

Natürlich wird für das Brennen und Trocknen von Pflasterklinkern Energie benötigt. Aber mit der Investition in innovative Öfen und Verfahren konnten die Pflasterklinkerhersteller Energieverbrauch und CO2-Emissionen bei der Produktion gegenüber den vergangenen Jahrzehnten senken. Außerdem werden vermehrt regenerative Energien und moderne Technologien zur Wärme- und Wasserrückgewinnung genutzt.

Robust und langlebig

Die durchschnittliche Nutzungsdauer der farb- und lichtechten Klinker liegt bei rund 150 Jahren. Durch ihre dicht gebrannte keramische Oberfläche sind sie besonders widerstandsfähig und unempfindlich gegen Verschmutzung, Abrieb, Temperaturschwankungen, Frost, Schnee, Salze, Säuren, Fette und UV-Einstrahlung.

Sind Pflasterklinkerflächen in der Regelbauweise verlegt, also in einem flexiblen, ungebundenen Splitbett, können sie einzeln entnommen werden. Verschmutzte oder defekte Klinker lassen sich somit leicht reinigen, austauschen oder auch einfach umdrehen. 

Versickerungsfähige und lärmarme Bauweisen

Mit geeigneten Formaten, aufgeweiteten Fugen oder speziellen Sicker- und Lochklinkern lassen sich Pflasterklinkerflächen versickerungsfähig ausführen. Voraussetzung ist ein entsprechend wasserdurchlässiger Aufbau aus Fugenmaterial, Bettung, Tragschicht und geeignetem Untergrund.

Mit speziellen lärmarmen Bauweisen lässt sich zudem die Lärmbelastung im Straßenverkehr verringern.

EPD Umwelt-Produktdeklaration

Pflasterziegel und Pflasterklinker

Hier können Sie die Umwelt-Produktdeklaration (EPD) nach ISO 14025 und EN 15804+A2 für Pflasterziegel und Pflasterklinker herunterladen. In dem vom Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) herausgegebenen Dokument werden die umweltrelevanten Eigenschaften von Pflasterziegeln und Pflasterklinker neutral und objektiv dargestellt. 

Um die Anwenderfreundlichkeit der EPD zu erhöhen, werden die Ergebnisse für 1 m2 Wand bzw. Pflasterfläche dargestellt. Die Nutzung erfolgt im Rahmen von Gebäudebewertungssystemen (beispielsweise BNB, DGNB). Grundsätzlich findet keine Wertung, sondern nur eine Deklaration von Werten statt. Die Bewertung erfolgt auf Gebäudeebene im Rahmen der Bewertungssysteme. Es handelt sich hier um Sektor-EPDs, die allgemeine Aussagen über die in Deutschland produzierten Vormauer-, Pflasterziegel und Riemchen enthält. Die Ausweisung der Ergebnisse erfolgt nach DIN EN 15804+A2 (Amendement 2, neue Methode). Eine Überführung in die Datenbank Ökobaudat folgt. 

Die Ergebnisse der im April 2023 veröffentlichten EPD zeigen eine signifikante Verbesserung bei den Energie- und CO2-Werten. Bei Pflasterziegel ergibt die Rückrechnung auf 1 Tonne Pflasterziegel 186 kg CO2/t. Der Pflasterziegelwert für Global Warming Potential (GWP) hat sich also um 27 % gegenüber der Fassung aus 2021 verbessert.

Die EPD bietet Architekten und Planern eine wesentliche Grundlage für die ökologische Bewertung von Bauprodukten. 

Inhaber der Deklaration ist der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. mit Sitz in Berlin. 

Weitere Informationen unter www.ibu-epd.com

Re-Use

und Recycling von Ziegeln.

Gebrauchte Pflasterklinker sind begehrt

Am Ende einer Nutzungsphase stellt sich die Frage, ob ein Baustoff erneut eingesetzt oder stofflich verwertet wird. Pflasterklinker bieten hier gute Voraussetzungen: Bei fachgerechtem Rückbau, insbesondere aus ungebundener Bauweise, lassen sie sich sortenrein aufnehmen und erneut verwenden.

Gebrauchte Pflasterklinker erhalten mit den Jahren eine materialtypische Patina. Diese individuelle Optik ist vor allem bei Bauvorhaben im historischen Umfeld, im Denkmalschutz und bei der Gestaltung gewachsener Stadträume gefragt.

Recycling

Ist keine Wiederverwendung mehr möglich, sind die sortenrein rückbaubaren Ziegel ein gesuchter Wertstoff für technische Gesteinskörnungen im Straßen-, Wege- und Sportplatzbau oder für Vegetationssubstrat. Bei der Ziegelproduktion entstehender Brennbruch ist kein Abfall, sondern kann  ebenfalls recycelt werden. 

Rohstoffersatz für Ziegelproduktion

Je nach Tonvorkommen, Produktanforderung und Produktionsverfahren eignen sich aufbereiteter Ziegelbruch oder geeigneter Baustellenaushub als Ersatz für einen Teil der Primärrohstoffe in der Ziegelproduktion.

In bestimmten Anwendungen lassen sich bis zu 30 Masseprozent der eingesetzten Rohstoffe substituieren. Entscheidend sind Materialzusammensetzung, technische Eignung und Produktionsprozess.

Recyclierte Gesteinskörnungen

Weiteres Potenzial steckt in der Verwendung rezyklierter Gesteinskörnung für ressourcenschonenden Beton, sogenanntem R-Beton. Kies oder gebrochenes Primärgestein werden hier durch eine aufbereitete RC-Gesteinskörnung ersetzt.

Abhängig von Anwendungsbereich und Liefertyp enthält diese Gesteinskörnung 2 bis 10 Volumenprozent aufbereiteten Ziegelbruch. Maßgeblich sind die jeweiligen technischen Anforderungen, die Materialqualität und die geltenden Regelwerke.

Film „Recycling-Ziegel für Umwelt- und Ressourcenschonung“

Gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie einen Film gedreht, der zeigt, wie Ziegel wiederverwendet werden können.

Der Film „Recycling-Ziegel für Umwelt- und Ressourcenschonung“ zeigt, wie Ziegel wiederverwendet werden können und wie aufbereiteter Ziegelbruch im Straßenbau, in der Betonindustrie, im Sportplatzbau oder als Pflanz- und Baumsubstrat zum Einsatz kommt. Neue Entwicklungen in Trenn- und Sortiertechnik lassen die Prognose zu, dass Ziegel künftig nahezu vollständig dem Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

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Mehr Informationen

Zum Thema Re-Use und Recycling von Ziegeln hat der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. außerdem eine Broschüre veröffentlicht, die Sie hier kostenlose herunterladen können.